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Auszug - Kita-Bedarfsplanung  

 
 
Sitzung des Sozialausschusses
TOP: Ö 7
Gremium: Sozialausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 03.03.2026 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:00 - 19:50 Anlass: Sitzung
Raum: Erdgeschoss des Rathauses Zum Stadtpark, Zum Stadtpark 2, 26655 Westerstede
Ort:
26/2049 Kita-Bedarfsplanung
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsvorlage
Federführend:Amt für Bildung und Leben Bearbeiter/-in: Pottek, Karen
 
Wortprotokoll

Frau Pottek und Frau Witte stellen anhand der anliegenden Präsentation die Kita-Bedarfsplanung sowie die aktuelle Anmeldesituation für das Kindergartenjahr 2026/2027 vor.

Insgesamt zeigt sich, dass auch in diesem Jahr in der Stadt Westerstede die Geburtenzahlen zurückgehen. Dies entspräche dem allgemeinen Trend. Die Statistik der Geburtenzahlen über einen Zeitraum von 6 Jahren stelle die Entwicklung von der Geburt bis zur Einschulung dar.

Im Hinblick auf die Anmeldezahlen zum Stichtag 31.01.2026 berichtet Frau Witte über die konkrete Anmeldesituation im Kindergarten- und Krippenbereich und darüber, dass der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz auch im Kindergartenjahr 2026/2027 rechnerisch vollumfänglich erfüllt werden kann. Sie weist darauf hin, dass es sich hierbei zunächst noch um vorläufige Zahlen handele, da es immer noch An- und Abmeldungen gebe und auch noch nicht alle Schuleingangsuntersuchungen stattfanden, so dass es auch noch zusätzliche Rückstellungskinder geben könnte.

Dazu weist Frau Pottek darauf hin, dass die Verwaltung neben der Erfüllung des Rechtsanspruchs auch die Umsetzung der politisch beschlossenen Ziele zur Gruppenverkleinerung, zur wohnortnahen Betreuung und einer guten Durchmischung der Gruppen im Blick habe. Zudem müsse man verstärkt ressourcenorientiert agieren und sowohl die räumlichen, als auch personellen Gegebenheiten und Kompetenzen sowie die finanziellen Möglichkeiten im Blick behalten. Dazu müsse man bedenken, dass die statistischen Geburtenzahlen nichts über den tatsächlichen individuellen Bedarf aussage und daher nicht vorhersehbar sei, wer eine Regelbetreuung, eine Ganztagsbetreuung oder eine Integrationsbetreuung benötige.

Außerdem müsse man bedenken, dass es einige ältere Einrichtungen mit durchaus beengten Verhältnissen und baulichen Problematiken gebe, so dass diese möglichst nicht mehr ganz voll belegt werden sollten.

Die Vorstellung der konkreten Geburtenstatistik erfolge, wie bisher, nach Schuleinzugsgebieten, auch wenn es grundsätzlich im Kita-Bereich keine Einzugsgebiete gebe.

Statistisch könne im Kindergartenbereich mit etwa 760 Plätzen eine 100%ige Abdeckung gewährleistet und das beschlossene Ziel zur Gruppenverkleinerung zumindest teilweise erfüllt werden. Um dieses Ziel jeder Regelgruppe zu ermöglich wären rechnerisch 65 Plätze mehr erforderlich. Dieses Ziel kann für das kommende Kindergartenjahr nur teilweise erfüllt werden.

Die Anmeldezahlen zeigen laut Frau Witte, dass die freiwerdenden Plätze im Kindergartenbereich die Anmeldezahlen übersteigen, so dass im Kindergartenbereich rechnerisch 44 Plätze frei wären. Es zeige sich jedoch, dass die Bedarfe nicht immer den zur Verfügung stehenden Platzkapazitäten entsprechen. Im Stadtkern und im Schuleinzugsbereich Gießelhorst gebe es beispielsweise noch viele freie Platzkapazitäten. In den Schuleinzugsbereichen Ocholt, Halsbek und Westerloy gebe es nach den Anmeldezahlen hingegen noch Platzbedarf.

Im Bereich Ocholt gebe es bereits einen Beschluss zur Erweiterung der Ev. Paulus-Kindertagesstätte, so dass zukünftig dort ein erweitertes Platzangebot vorgehalten werden kann. Im Schuleinzugsbereich Halsbek habe es durch die neue Kindertagesstätte Eibenhorst grundsätzlich schon eine Entspannung gegeben. Da die dort 2025 neu aufgenommen Kinder jedoch derzeit noch in einer ähnlichen Altersspanne seien, werden dort zum Kindergartenjahr 2026/2027 kaum Plätze frei. Die Situation werde sich jedoch im Laufe der nächsten Jahre durch eine bessere Altersdurchmischung verbessern. In Bezug auf den Schuleinzugsbereich Westerloy weist sie darauf hin, dass hier auch Kinder mit einem Wohnort im Hössengebiet erfasst sind, so dass diesen Alternativen im ebenfalls wohnortnahen Stadtkern angeboten werden können.

Im Stadtkern sei aufgrund der Anmeldesituation damit zu rechnen, dass eine Gruppenverkleinerung in den regulären Kindergartengruppen möglich sein wird.

Da eine wohnortnahe Betreuung ausdrücklich stärker bei der Platzvergabe Berücksichtigung finden soll, werde zum Kindergartenjahr 2026/2027 im Kindergarten Gießelhorst eine 10er Gruppe mangels Anmeldezahlen geschlossen. Die zusätzliche 10er Gruppe sei seinerzeit entstanden, da große Not an Betreuungsplätzen bestand. Die Situation vor Ort sei räumlich jedoch nicht optimal, so dass nun durch die niedrigen Anmeldezahlen die Chance bestehe, diese zusätzlich geschaffene Gruppe ab dem Sommer nicht mehr zu belegen.

Im Krippenbereich macht Frau Pottek deutlich, dass sich hier die rückläufigen Geburtenzahlen bereits deutlicher bemerkbar machen. Insgesamt wären für eine 100%ige Abdeckung 380 Krippenplätze erforderlich. Die Stadt Westerstede könne mit den 265 vorhandenen Krippenplätzen 69,7 % aller Eltern mit einem Rechtsanspruch einen Krippenplatz zur Verfügung stellen. Damit liege man deutlich über dem vom Land geforderten Schnitt von 36 % bei Einführung des Rechtsanspruches.

Dazu erläutert Frau Witte, dass die Anmeldezahlen im Krippenbereich für das kommende Kindergartenjahr jedoch deutlich unter der zur Verfügung stehenden Platzkapazität liegen. Dies hänge neben den geringeren Geburtenzahlen auch damit zusammen, dass es im Krippenbereich, entgegen der Vorjahre, keine Warteliste für Krippenplätze mehr gebe und jedem ein Platzangebot gemacht werden konnte. Im Rahmen der Platzvergabe werde daher nun besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass die Finanzhilfe des Landes für Drittkräfte möglichst erhalten bleibe. Dies setze zum Stichtag 1. Oktober mindestes 11 aufgenommene Kinder je Krippengruppe voraus. Dies sei durchaus eine Herausforderung, da in den vergangenen Jahren auch noch kurzfristige Absagen seitens der Eltern eingegangen seien und damit die Planung weiter erschwert werde. Um die Situation etwas zu entspannen, werde im Hauptort eine Krippengruppe aufgrund des mangelnden Bedarfs für das kommende Kindergartenjahr nicht belegt. Das Personal werde dabei selbstverständlich weiterhin bei der Stadt Westerstede beschäftigt bleiben und auch benötigt. Weiterhin werde eine, im Bedarfsfall zur Verfügung stehende, Krippengruppe in der Johanniter Krippe Farbenspiel nicht in Anspruch genommen.

Insgesamt sei die Zahl der Kindergartenplätze im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleich und im Krippenbereich etwas verringert. Ausschlaggebend hierfür sei, trotz Gruppenschließungen an einigen Stellen, die Übernahme zusätzlicher Ganztags-Belegrechtsplätze im Kindergarten- und Krippenbereich vorgesehen, um dem langsam, aber stetig steigenden Bedarf an Ganztagsplätzen begegnen zu können.

Abschließend stellt Frau Witte die Verteilung der Plätze für das nächste Kindergartenjahr nach Betreuungsarten dar. Derzeit seien die angebotenen Betreuungszeiten ausreichend, auch wenn diese nicht immer in den Wunscheinrichtungen der Eltern angeboten werden können. In Bezug auf die vorhandenen Integrationsplätze im Kindergartenbereich weist sie darauf hin, dass zum aktuellen Zeitpunkt immer noch nicht alle zur Verfügung stehenden Integrationsplätze belegt seien.

Ratsherr Kroon bedankt sich für die gemachten Ausführungen und erinnert daran, dass sich die Situation vor zwei Jahren noch ganz anders dargestellt habe und seinerzeit der Rechtsanspruch nicht erfüllt werden konnte. Durch die getroffenen Maßnahmen könne nun jedoch das Ziel der Erfüllung des Rechtsanspruches erfüllt werden. Damit stehe die Stadt Westerstede im Vergleich zu anderen Kommunen gut dar. Die Entwicklung sei daher sehr begrüßenswert und ein großer Erfolg für die Stadt. Die vorgeschlagenen Maßnahmen für das kommende Kindergartenjahr befürworte er daher und sehe auch die Berücksichtigung der Wünsche positiv.

Ratsfrau Henkensiefken schließt sich den Ausführungen von Ratsherr Kroon an.

Ratsfrau Kundt-Bergmann stimmt den Vorrednern ebenfalls zu. Sie betont, dass seinerzeit viel Wert auf eine Qualitätssteigerung in den Kitas gelegt wurde. Dies könne nun durch die freien Platzkapazitäten angegangen werden. Durch die Entlastung in den Gruppengrößen erhoffe sie auch eine Entlastung der Mitarbeiter und dadurch eine Verringerung der Krankenstände.

Ratsherr Fischer bedankt sich ebenfalls für die gute Arbeit in diesem Bereich, auch seitens aller Ratsmitglieder. Er betont, dass der diesbezügliche Standortvorteil für die Stadt Westerstede auch öffentlich kommuniziert werden sollte.

Herr Schmidt erkundigt sich, ob er richtig verstanden habe, dass derzeit nicht alle Integrationsplätze in der Stadt Westerstede belegt seien und dass es keine Integrationsplätze in der Krippe gebe. Dies bestätigt Frau Witte. Derzeit sehe sie keinen Bedarf für Integrationsplätze im Krippenbereich, zumal im Landkreis Ammerland noch entsprechende Krippenplätze zur Verfügung stünden.

Herr Ockenga fragt, warum sich augenscheinlich so wenige Eltern für einen Krippenplatz entscheiden. Dazu erläutert Frau Pottek, dass die Quote der Inanspruchnahme des Betreuungsangebotes derzeit bei etwa 54 % liege und damit der Anmeldequote der letzten Jahre entspreche. Der Bedarf sei nicht zurückgegangen, sondern die Geburtenzahlen, so dass sich insgesamt weniger Anmeldungen ergeben. Gründe, warum nicht alle Eltern einen Krippenplatz in Anspruch nehmen und Kinder teilweise lieber zuhause selbst betreuen oder aber in die Tagespflege geben, seien schwierig zu beurteilen.

Ratsfrau Demirbilek interessiert die Gründe, warum es aktuell noch freie Integrationsplätze im Kindergarten gebe. Dazu führt Frau Witte aus, dass viele Eltern eine Stigmatisierung des Kindes befürchten und daher lieber keinen Integrationsstatus beantragen. Die Kindertagesstätten arbeiten in diesem Bereich sehr intensiv mit Elterngesprächen, letztendlich liege die Entscheidung zur Antragstellung jedoch bei den Eltern.

Ratsherr Lukoschus bedankt dich für die Darstellung der konkreten Zahlen und stellt hervor, dass die Errichtung der Johanniter-Kita der richtige Weg gewesen sei. Er weist dennoch darauf hin, dass er bereits weit im Vorfeld einen entsprechenden Bedarf gesehen habe, dieser jedoch seinerzeit keine Berücksichtigung fand. Hätte man seinerzeit bereits reagiert, hätte es die Platzproblematik der Vergangenheit nicht in diesem Umfang und möglicherweise kostengünstigere Lösungen gegeben.

Bei der Vorstellung der Anmeldezahlen sei deutlich geworden, dass Eltern aus dem Bereich Ocholt teilweise immer noch keinen Platz in Wohnortnähe erhalten können. Diese Problematik sei bereits lange bekannt und hätte aus seiner Sicht eher angegangen werden müssen.

Insgesamt bewerte er die teilweise Möglichkeit der Gruppenverkleinerung im Kindergartenbereich als sehr positiv, die geringe Auslastung der Krippengruppen sei jedoch sehr bedauerlich. Er vermute im Krippenbereich die hohen Gebühren als ausschlaggebenden Punkt für die geringe Inanspruchnahme der Plätze.

Frau Hinrichs stimmt zu, dass die Platzsituation in Ocholt durchaus noch problematisch sei, durch den Beschluss zur Erweiterung der Ev. Paulus-Kindertagesstätte jedoch eine Entlastung in Aussicht stehe. Auch wenn rechtlich gesehen ein Platz in Westerstede für Ocholter Eltern als wohnortnaher Betreuungsplatz zählt, sei die Situation aktuell auch aus Verwaltungssicht nicht optimal.

Im Hinblick auf die Geburtenzahlen zum Kindergartenjahr 2024/2025 konnte man noch nicht erahnen, dass die Geburtenzahlen noch so weit nach unten gehen. Man musste daher seinerzeit davon ausgehen, dass die Anzahl von mehr als 200 Geburten jährlich weiter fortgesetzt werde. Sie betont, dass die Einrichtungen der Johanniter nun auch die Kapazitäten schaffe, anstehende Sanierungsmaßnahmen in anderen Kindertagesstätten voranzubringen.

Anlagen:  
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